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Rosenkranz
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Muttergottes Statue mit Jesuskind und Rosenkranz in der Spitalskapelle
im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien.
© Erhard Gaube - www.gaube.at
Ein Rosenkranz ist eine Zähl- oder Gebetskette, die für das Rosenkranzgebet verwendet wird. Es kann aber auch die Bezeichnung für das Rosenkranzgebet selbst sein. In seiner häufigsten Form wird eine regelmäßige Abfolge von drei Gebeten – das Vaterunser, das Ave Maria und die Doxologie Ehre sei dem Vater – sogenannte Gesätze, mit der Betrachtung des Lebens und Sterbens Jesu verbunden. Der Rosenkranz kann heute als das am weitesten verbreitete katholische Volksgebet angesehen werden. Das Wort Rosenkranz stammt vom lat. rosarium, das mit ‚Rosengarten‘ übersetzt wird. Rosengewächse symbolisieren in der christlichen Ikonographie Maria, die Mutter Jesu. Das Motiv der Madonna im Rosenhag als Beispiel für einen Hortus conclusus steht für die Jungfräulichkeit Mariens. Auch ein Kranz aus Rosen auf dem Kopf ist ein Symbol der Jungfräulichkeit. In der Lauretanischen Litanei wird Maria als Rosa mystica (geheimnisvolle Rose) angerufen. Der kirchenlateinische Begriff rosarium wurde später auf die Gebetskette übertragen und erscheint unter seiner deutschen Bezeichnung Rosenkranz erstmals im 15. Jahrhundert, wobei der genaue Zusammenhang bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte. Es wird angenommen, dass die Kette ursprünglich aus Rosenblüten bestand, die auf einer Schnur aneinandergereiht waren.  Der Rosenkranz als Devotionalie geht auf Gebetsketten aus dem Orient zurück. Da der Marienkult bereits früh in den byzantinischen Ostkirchen praktiziert wurde, hat der Rosenkranz seinen christlichen Ursprung im orthodoxen Christentum.
Rosenkranz
Der Rosenkranz hat 59 Perlen. Die Eröffnung des Rosenkranzgebetes wird an einer am Kranz befestigten Kette mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen gebetet, die von zwei großen Perlen gerahmt sind. Darauf folgen auf dem Kranz fünfmal zehn kleinere Kugeln (für die Ave Maria) und eine davon abgesetzte große (für das Vaterunser und Ehre sei dem Vater). Ein Vaterunser, zehn „Ave Maria“ und ein „Ehre sei dem Vater“ bilden ein Gesätz.
Gebetet wird der Rosenkranz wie folgt:
Kreuzzeichen, Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Apostolisches Glaubensbekenntnis, dabei wird das Kreuz in der Hand gehalten,
Ehre sei dem Vater und Vaterunser an der ersten großen Perle,
drei Ave Maria mit eingefügten Bitten um christliche Tugenden
an den folgenden drei kleinen Perlen,
Jesus, der in uns den Glauben vermehre,
Jesus, der in uns die Hoffnung stärke,
Jesus, der in uns die Liebe entzünde.
Ehre sei dem Vater und anschließend
Fünfzig Ave Maria, in Zehnergruppen (Gesätze) gegliedert. In jeder Zehnergruppe wird jeweils nach dem Wort „Jesus“ ein sogenanntes „Geheimnis“ eingefügt, ein Glaubenssatz, der dem Neuen Testament entstammt und das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betrifft. Jedes Gesätz wird eingeleitet mit dem Vater unser (an der großen Perle) und abgeschlossen mit dem Ehre sei dem Vater (vor der nächsten großen Perle). Manchmal wird nach dem Ehre sei dem Vater noch das Fatima-Gebet eingefügt, das jedoch nicht Bestandteil des Rosenkranzes ist.
Rosenkranzgeheimnisse
Derzeit gibt es – in Fünfergruppen aufgeteilt – zwanzig Geheimnisse, die beim Rosenkranzgebet von der Kirche betrachtet werden. Den traditionellen fünfzehn hat Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 anlässlich des 24. Jahrestages seiner Wahl zum Papst mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ eine vierte Fünfergruppe von Rosenkranzgeheimnissen, die „lichtreichen Geheimnisse“, hinzugefügt.
Freudenreiche Geheimnisse (gaudii mysteria)
Die freudenreichen Geheimnisse betrachten die Menschwerdung Gottes
und das verborgene Leben Jesu.
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.
Lichtreiche Geheimnisse (lucis mysteria)
Die lichtreichen Geheimnisse betrachten einige besonders bedeutende Momente des öffentlichen Lebens und Wirkens Jesu, so seine Taufe im Jordan durch Johannes, das Wunder bei der Hochzeit zu Kana, die Verkündigung des Reiches Gottes, seine Verklärung auf dem Berg Tabor und die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl in Jerusalem.
Jesus, der von Johannes getauft worden ist.
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist.
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.
Schmerzhafte Geheimnisse (doloris mysteria)
Die schmerzhaften Geheimnisse betrachten die Passion Jesu Christi.
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist.
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist.
Glorreiche Geheimnisse (gloriae mysteria)
Die glorreichen Geheimnisse betrachten die Auferstehung Christi.
Jesus, der von den Toten auferstanden ist.
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist.
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat.
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat.
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.
In der katholischen Kirche ist es üblich, die Geheimnisse des Rosenkranzes in wöchentlichem Rhythmus nach dem folgenden Schema zu beten:
glorreiche Geheimnisse:   Sonntag, Mittwoch
freudenreiche Geheimnisse:   Montag, Samstag
schmerzhafte Geheimnisse:   Dienstag, Freitag
lichtreiche Geheimnisse:   Donnerstag
Geschichte des Rosenkranzgebetes
Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Gebeten, bei denen zunächst das Vater unser („Paternosterschnur“) und ab dem 11. Jahrhundert zunehmend das Ave Maria einhundertfünfzigmal in Zehnergruppen gegliedert wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten über das Leben und Heilswerk Jesu Christi verbunden wurde. Die älteste schriftliche Erwähnung einer Schnur mit aufgezogenen Steinen als Zählkette für wiederholt gesprochene Gebete in der Lateinischen Kirche schreibt diese Gebetsschnur der angelsächsischen Adligen Lady Godiva († um 1085) zu:

“The circlet of precious stones which she had threaded on a cord in order that by fingering them one after another she might count her prayers exactly were to be placed on a statute of the Blessed Virgin Mary.”
William of Malmesbury: Gesta Pontificum Anglorum, 1125, Rolls Series 311.

Im 11. Jahrhundert schuf Petrus Damiani (um 1006–1072) die Form des „Ave Maria“, wobei der Engelsgruß aus dem Lukasevangelium im Wortlaut verwendet wurde:

Ave Maria, gratia plena. Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.“
Lk 1,28 EU

Im 12. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass in Klöstern die Konversen, die meist nicht lesen bzw. kein Latein konnten, statt der lateinischen Psalmen des Stundengebets andere Gebete verrichteten. Neben dem Vaterunser tritt auch das Ave Maria als Ersatzgebet für die Psalmen auf, letzteres insbesondere bei den Zisterziensern und Kartäusern. Für eine Reihe von 150 „Ave Maria“ kam in Anlehnung an die 150 Psalmen der Bibel der Name Marienpsalter auf. Das „Alte Passional“, eine mittelhochdeutsche Legendensammlung ohne Angabe des Verfassers, vergleicht das „Ave Maria“ mit einer himmlischen Rose. Hierin gründet wohl die Bezeichnung „Rosenkranz“ für die Zählkette und eine Ave-Maria-Gebetsreihe. Eine der Legenden erzählt von einem Marienverehrer, der eine Marienstatue mit einem geflochtenen Kranz aus Rosen zu schmücken pflegte. In einer Erscheinung soll er eines Tages die Botschaft bekommen haben, dass sich Maria über einen anderen Rosenkranz mehr freue, nämlich über 50 gebetete „Ave Maria“. Diese würden in ihren Händen zu Rosen, aus denen sie den schönsten Kranz flechten könne. Der Zisterzienserabt Stephan von Sallay († 1252) formulierte eine Vorform der 15 Rosenkranzgeheimnisse. Durch den Kartäusermönch Heinrich von Kalkar (1328–1408) kam die Gewohnheit auf, fünfmal zehn „Ave Maria“ zu beten und jeden Zehnerblock mit einem „Vaterunser“ zu beginnen und einem „Ehre sei dem Vater“ zu beenden. Noch im späten Mittelalter gab es den Beruf des Paternosterers, der aus Knochen und anderen Materialien Perlen für Rosenkränze fertigte. Rosenkränze aus dieser Zeit trugen oft statt eines Kreuzes eine farbige Quaste. Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand im Advent 1409. Der Trierer Kartäuser Dominikus von Preußen († 1460) fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen) ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Adolf von Essen, ebenfalls aus dieser Kartause, verkürzte die „clausulae“ auf 15. Weit verbreitet ist die von Alanus de Rupe um 1468 zuerst verbreitete Legende, dass der heilige Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, die heutige Form des Rosenkranzes 1208 bei einer Marienerscheinung empfangen und sie in seinem Orden eingeführt haben soll. Die Legende erzählt, dass Maria den Rosenkranz Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser geschenkt habe. In seiner Bulle „Ea quae“ vom 9. Mai 1479 empfiehlt Papst Sixtus IV. das tägliche Beten des Rosenkranzes. 1508 wurde dem „Ave Maria“ der Schluss-Satz „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns …“ hinzugefügt. In seinem Breve „Consueverunt“ vom 17. September 1569 legte Papst Pius V. den Text des „Ave Maria“ endgültig fest und regelte die Form des Rosenkranzgebets offiziell.
Der Rosenkranz und die Seeschlacht von Lepanto
Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Die Schlacht von Lepanto 1571. Öl auf Leinwand.
Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
Der 7. Oktober des Jahres 1571: In der Meerenge von Lepanto (Griechenland) stehen sich 260 osmanische und 211 Schiffe, der durch Papst Pius V. gegründeten Flotte der "Heiligen Liga", kampfbereit gegenüber. Die Seeschlacht dauert fast einen ganzen Tag und bringt der Heiligen Liga den Sieg über die als unbesiegbar geltende Mittelmeerflotte der Osmanen. Der Sieg der christlichen Flotte über die Türken bin der Seeschlacht von Lepanto am 7. Oktober 1571 wurde der Fürsprache der Gottesmutter zugeschrieben. Weil Rosenkranz-Bruderschaften am Tag der Schlacht um den Sieg gebetet hatten, ordnete Papst Pius V. zum ersten Jahrestag der muslimischen Niederlage am 7. Oktober 1572 das Rosenkranzfest an, um die Fürsprache der Jungfrau Maria während der Schlacht zu unterstreichen.

Sein Nachfolger, Papst Gregor XIII., gestattete am ersten Sonntag im Oktober ein "Fest des hl. Rosenkranzes" für alle Kirchen, die einen Rosenkranzaltar hatten. Der Tag des Sieges bleibt bis heute der katholische Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Sieg, später in Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz umbenannt. Bis zum heutigen Tag treffen sich alljährlich zum Jahrestag der Schlacht die Angehörigen der an der Schlacht beteiligten Adelsfamilien aus ganz Europa im Vatikan, um dieses Ereignisses zu gedenken.
Der Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit
Barmherzigenrosenkranz
JESUS ICH VERTRAUE AUF DICH!
Jesusbild von Adolf Hyła.
Jesusbild von der Göttlichen Barmherzigkeit
Das Jesusbild von der Göttlichen Barmherzigkeit oder kurz Der barmherzige Jesus ist ein Gemälde, das Jesus Christus nach der Beschreibung der heiligen Faustyna Kowalska (1905–1938) darstellt. Ihre Vision wurde insgesamt dreimal künstlerisch umgesetzt, wobei das Bild von Adolf Hyła die größte Popularität erlangt hat und weltweit in ungezählten Kopien und Reproduktionen verbreitet ist.

Sr. Faustyna, damals im Kloster ihres Ordens in Płock, beschreibt in einer Tagebucheintragung vom 22. Februar 1931 ihre Vision von Jesus, seinen Auftrag, die Vision in einem Bild festzuhalten, und sein Versprechen für alle, die dieses Bild verehren:

„Am Abend, als ich in der Zelle war, erblickte ich Jesus, den Herrn, in einem weißen Gewand. Eine Hand war zum Segnen erhoben, die andere berührte das Gewand auf der Brust. Von der Öffnung des Gewandes an der Brust gingen zwei große Strahlen aus, ein roter und ein blasser. Schweigend betrachtete ich den Herrn; meine Seele war von Furcht, aber auch von großer Freude durchdrungen. Nach einer Weile sagte Jesus zu mir: Male ein Bild, nach dem, das du siehst, mit der Unterschrift: Jesus, ich vertraue auf Dich. (…) Ich verspreche, daß jene Seele, die dieses Bild verehrt, nicht verlorengeht. Ich verspreche auch, hier schon auf Erden, den Sieg über Feinde, besonders in der Stunde des Todes.“

Verknüpft sind Vision und Auftrag mit dem Thema der in Jesus verkörperten göttlichen Barmherzigkeit, der auch ein eigenes kirchliches Fest gewidmet werden soll. Die Vision ist eng verwandt mit der Herz-Jesu-Verehrung, deren Grundmotiv ebenfalls die aus dem geöffneten Herzen Jesu fließenden Gnadenströme von Blut und Wasser sind (Joh 19,34 EU).
Gebetet wird der Rosenkranz wie folgt:
Der Barmherzigkeitsrosenkranz wird ebenfalls auf die traditionellen Rosenkranzperlen gebetet, enthält jedoch nicht das Ave Maria, sondern konzentriert sich auf die göttliche Barmherzigkeit in Jesus Christus. Er basiert auf Visionen der polnischen Ordensschwester Faustyna Kowalska (1905–1938). Die Gebete des Barmherzigkeitsrosenkranzes sind an Gott den Vater und Jesus Christus, oft im Bild des Barmherzigen Jesus, gerichtet und haben einen engen Zusammenhang mit der Eucharistie als Messopfer.
Das Kreuz selbst als auch die erste Perle nach dem Kreuz wird ausgelassen.

Auf die ersten drei Perlen:
"Vater unser..."
"Gegrüßet seist Du Maria..."
"Ich glaube an Gott..."
Auf den  großen Einzelperlen:
"Ewiger Vater, ich opfere dir auf den Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,
um Verzeihung zu erlangen für unsere Sünden
und die Sünden der ganzen Welt."
Auf den  kleinen Perlen jeweils zehnmal:
"Durch sein schmerzhaftes Leiden
hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.“
Am Ende dreimal:
"Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,
hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.“
Am Schluß kann noch gebetet werden:
"O Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit
für uns entströmt, Jesus, ich vertraue auf Dich!"
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Rosenkranz" der
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